EMAF 2016: Visionen + Virtual Reality

emaf_logo_slider_200pxThe Future of Visions – Don´t expect anything 20.-24.4.2016, diverse Veranstaltungsorte
Ausstellung 20.4.- 22.5.2016, Kunsthalle Osnabrück

Das European Media Art Festival wird in diesem Jahr nach der Bedeutung und Wirkung von Zukunftskonzepten fragen und wer daran Interesse hat. www.emaf.de

„VIRTUAL REALITY“, 20.-24.4.16 und Talks 21.4.16, 14h, „Produktion von VR-Filmen“, Myrna Brinkmann, SpiceVR Hamburg +15h, „Best of VR-Art“, Prof. Rotraut Pape, Thomas Bannier, Nikolas Gebbe (HfG Offenbach), Klostergewölbe der Kunsthalle Info: http://www.emaf.de/deutsch/festival/programm/ausstellung/virtual-reality-2016.html)

Hermann_Noering_EMAF3 Fragen an Hermann Nöring vom EMAF Festivalleitungsteam zu Visionen in der Medienkunst, dem Programm „Virtual Reality / From FullDome to VR-Video – Cinematic Virtual Reality“ und seinem persönlichen EMAF-Tipp…

* Bei der Auseinandersetzung für das EMAF 2016 The Future of Visions – Don´t expect anything:
Welche Visionen hat das EMAF für die Zukunft der Medienkunst gefunden? Oder gibt es keine mehr?

Die Medienkunst wird eine lange und wahrscheinlich auch erfolgreiche Zukunft haben, denn zunehmend verwenden Künstler_innen Medien des bewegten Bildes für ihre Arbeiten, die man in vielen Museen und Kunsthallen sehen kann.
Das Thema des diesjährigen EMAF bezieht sich auf die Skepsis, die heute großen gesellschaftlichen und technologischen Entwürfen entgegengebracht wird. Zukunftsszenarien der Atomindustrie, der Gentechnologie, der Totalüberwachung des Big Data und die fortschreitende Selbstoptimierung werden sehr kritisch gesehen. Positive Zukunftserwartungen oder utopische Gesellschaftsmodelle sind außerhalb der Wirtschaft kaum vorhanden. Auch in der Medienkunst stößt man auf viele Positionen, die sich kritisch mit Versprechungen und Heilserwartungen auseinandersetzen, wie sie etwa mit dem Internet oder der Künstlichen Intelligenz verbunden waren. Don’t expect anything – Traut den Technologie-Utopien nicht. Schaut lieber darauf, wem sie nützen: So könnte man die Themenzeilen des EMAF 2016 auch beschreiben.
Gleichzeitig ist natürlich klar, dass Visionen und Utopien zum Menschen gehören. Sie sind notwendige Entwürfe für morgen, um eine wünschenswerte Zukunft zu gestalten. Wie Alexander Kluge es sagte, „Im Konjunktiv denken und im Licht der Geschichte nach Möglichkeiten [der Veränderung] suchen“. Visionen sind daher auch kritische Spiegel der Gegenwart.

Russo&Medrala - BLAUE LAGUNEAbb. Russo&Medrala – BLAUE LAGUNE

* Es gibt beim diesjährigen EMAF ein Programm zu Virtual Reality: Was ist das Besondere an VR-Videos? Wie ändert sich die Wahrnehmung?

VR-Videos betrachtet man mit VR-Brillen, die eine 360 Grad Wahrnehmung auf der Bild- und Tonebene erlauben. Der Film spielt nicht nur vor sondern auch rechts, links, hinter, über und unter dem Betrachter und der Betrachterin. Der Zuschauer ist völlig eingebunden, eingetaucht in die Film- und Spieleumgebung. Das nennt man Immersion. Einige Games werden schon für die neue Technologie angeboten. Kommerzielle Filme für diese Datenbrillen sind zumeist noch in der Produktion. Das EMAF stellt aber künstlerische 360° -Filme vor, die für sogenannte Domes gemacht wurden. Das sind Kuppelprojektionen, ähnlich wie in einem Planetarium. Diese Dome-Filme zeigen wir in der Kunsthalle im Klostergewölbe auf VR-Datenbrillen. Jeder kann während des Festivals kommen und die neue Technologie des Immersionskinos ausprobieren. Man kann erfahren, dass sich Erzählweisen, Filmeffekte oder Figurendarstellungen gegenüber der „normalen“ Filmdramaturgie ändern werden. Denn innerhalb des umfassenden Betrachtungswinkels kann sich der/die Zuschauer_in auch einer anderen Szene zuwenden. Der Blick wird entfesselt und ist der Initiative des Betrachters wieder zurückgegeben. Nicht wie im herkömmlichen Kino, wo der Zuschauer im Kinosessel nur nach vorne schaut und der Blick durch die Filmdramaturgie stark gelenkt wird. Dies kann auch große Möglichkeiten für die Medienkunst bieten.

emaf_logo_slider_200px* Dein EMAF-Tipp…

Die EMAF-Night am Samstag, 23.4. hat ab 17:00 Uhr Medienkunst als breite Palette im Angebot: Für nur 12 Euro kann man im neuen Loop-Kino im Zimmertheater einen besonderen SciFi Film sehen, die Ausstellungen in der Kunsthalle, in der hase29 und im Turm Bürgergehorsam besuchen, in der Lagerhalle und im Filmtheater Hasetor weitere Filmprogramme gucken, die Künstlergespräche als besondere Führung in der Kunsthalle wahrnehmen, im Haus der Jugend der Performance des AV-Salon beiwohnen, in der Lagerhalle die Preisverleihung besuchen und anschliessend die Nightshift-Party mitmachen.
Man muss das nicht alles wahrnehmen, man kann aber. Jeder kann für sich die richtigen Rosinen herauspicken.

*  Danke für das Gespräch.

Sonia Wohlfarth Steinert

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