LVO: Kunstpreis 2016 und Auszeichnung 2016

lvo landschaftstag2016Beim Landschaftstag des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land (LVO) erhielt der Künstler Christoph Peter Seidel aus Bad Iburg den Kunstpreis 2016 und der Ingenieur und Oberstudiendirektor a. D. Kaspar Müller, ehemaliger Leiter der Technikerschule Osnabrück die Auszeichnung 2016.
Foto: LVO vlnr: Kunstpreisträger 2016 Christoph Peter Seidel, LVO-Präsident Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Landtagspräsident Bernd Busemann, Dieter Müller (in Vertretung von Kaspar Müller, Träger der Auszeichnung 2016), LVO-Vorstandsvorsitzende Patricia Mersinger.


jz 29.06.2016
Zum Landschaftstag 2016
Lob vom Landtagspräsidenten: LVO erfüllt Stärkung der regionalen Kultur wundervoll

In diesem Jahr kam er wirklich: Landtagspräsident Bernd Busemann überbrachte am 15. Juni beim Landschaftstag des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land (LVO) Grüße und beste Wünsche des niedersächsischen Landesparlaments. Im Osnabrücker Kulturzentrum Lagerhalle erhielten nach Busemanns Grußworten der Künstler Christoph Peter Seidel den Kunstpreis 2016 und der Ingenieur und Oberstudiendirektor a. D. Kaspar Müller die Auszeichnung 2016 des Verbandes.
Schon 2015 hatte Busemann sein Erscheinen zum Landschaftstag zugesagt, konnte dann aber auf Grund der damals drängenden Flüchtlingsproblematik nicht zugegen sein. Nun fand er lobende Worte für die Arbeit des LVO, der seit über 30 Jahren die Kultur in der Region gestalte, fördere und vernetze. Allein 1,25 Millionen Euro Landesmittel habe der Verband bereits an Kulturträger und Akteure in der Region weitergegeben; die Tätigkeiten damit geförderter Ehrenamtlicher könnten nicht in Geldwert ausgedrückt werden. Busemann freute sich zudem, anlässlich des Landschaftstages nun endlich auch die Osnabrücker Lagerhalle kennen zu lernen, die er noch nie besucht habe und der Vergleichbares noch gesucht werden müsse.

Im Mittelpunkt des Landschaftstages stand die Verleihung des Kunstpreises 2016 an den Künstler Christoph Peter Seidel aus Bad Iburg. Seidel erhielt den Preis für seine erfolgreiche und qualitätvolle Arbeit, die größte Experimentierfreude beweist und dabei die Grenzen der Malerei stets aufs Neue auslotet. Dies unterstrich Professorin Dr. Helen Koriath in ihrer Laudatio auf Seidel mit anschaulichen Worten. Sie zitierte Paul Klee, dessen Aussage „Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht mehr nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, das weiß ich“ auch auf Seidel zutreffe. Seidel habe es die Farbe Grün in all ihren denkbaren Schattierungen und Nuancen angetan, seine Ausstellungstitel trügen das Wort „Grün“ im Titel und auch in den zugehörigen Texten würden immer wieder Bezüge zu Natur und Landschaft und den damit einhergehenden Konnotationen hergestellt.
Als Besonderheit in Seidels Arbeiten hob Koriath hervor, dass diese immer in ihrer jeweils entsprechenden Präsentationsform erlebt werden müssten. Denn nur in den vom Künstler vorgenommenen Inszenierungen im Raum trete seine Kunst erst wirkungsvoll in Erscheinung. Ferner gab Koriath in ihrer feinfühligen und informativen Laudatio auch einen Überblick über die malerische Entwicklung Seidels, der seit einiger Zeit mit seinen Bildern zum Relief tendiere, wobei er Farbe Schicht für Schicht auftropfe und in nahezu ritualhaften Prozessen allmählich Schalen und Hohlformen aufbaue.
Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit widme sich Seidel aber auch mit Hingabe dem von ihm eingerichteten Kunstcontainer der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück, wo er seit 10 Jahren Menschen mit Hilfebedarf unterstützt und unterrichtet, die ihre künstlerischen Talente erproben möchten. Diese Arbeit verankere ihn zugleich fest im Alltag.
Abschließend regte Koriath – fast in einem Nebensatz – an, die Bezüge zwischen Paul Klee und Christoph Peter Seidel näher zu erforschen. Den Künstler forderte sie auf: “Arbeite weiter und strahle weiter, in die Stadt und über das Land hinaus!“ Christoph Peter Seidel drückte anschließend seinen Dank für den Kunstpreis in einem bescheidenen „Dankeschön!“ aus.

Über die Region hinaus strahlt auch das Wirken von Kaspar Müller, der als ehemaliger Leiter der Technikerschule Osnabrück dafür sorgte, dass der baulichen Aufbruchstimmung der Nachkriegszeit nicht zu viele Baudenkmale in Stadt und Landkreis Osnabrück und in der gesamten Region Weser-Ems zum Opfer fielen. Laudator Alex Warner, Ehrenvorsitzender des Heimatbundes Osnabrücker Land (HBOL), und Müllers Sohn Dieter erläuterten die Verdienste des Trägers der Auszeichnung 2016. Diese lagen vor allem auf dem Gebiet des Baudenkmalschutzes. So habe Müller u. a. die Alte Fuhrhalterei vor der Zerstörung gerettet, die vor fast 30 Jahren dem Bau der neuen Universitätsbibliothek an der Alten Münze im Wege stand. Müller ließ das Gebäude im Rahmen eines Schulprojektes fachgerecht abbauen und in der Kleinen Gildewart in der Osnabrücker Altstadt wieder aufbauen. Hier fügt es sich hervorragend in das historische Gesamtensemble ein und beherbergt das Figurentheater Osnabrück. Doch Müller wirkte, wie Alex Warner hervorhob, auch als Mitbegründer des Heimatbundes, der seit 1974 – zwei Jahre nach Gründung des Landkreises Osnabrück – die Interessen der Heimatvereine aus den Altkreisen Melle, Wittlage und Iburg vertrat. Der politisch gewünschten Hinzunahme des Altkreises Bersenbrück verstand man damals unter Hinweis auf die weiten Entfernungen aus dem Weg zu gehen. Dennoch sorgte Müller für gute Zusammenarbeit mit dem dortigen Kreisheimatbund Bersenbrück, nicht zuletzt durch die gemeinsame Herausgabe des Heimatjahrbuches. Dieter Müller dankte abschließend nicht nur dem LVO für die Auszeichnung seines krankheitsbedingt abwesenden Vaters, sondern richtete auch dessen Dank an die Stadt Osnabrück, den Landkreis und die ehemalige Bezirksregierung Weser-Ems für ihre Unterstützung bei seinen Projekten aus.

Eingangs hatte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert gut 120 geladene Gäste in Kommunikationszentrum im Herzen der Osnabrücker Altstadt begrüßt und die Arbeit des LVO kurz umrissen. Dabei hob er die Tagung „Miteinander leben? Reformation und Konfession im Fürstbistum Osnabrück 1500-1700“ und das Filmvergnügen des „Sommerflimmern – Kino auf dem Lande“ als besondere Eckpunkte in der Arbeit des Verbandes, dem er als Präsident vorsteht, hervor und dankte an dieser Stelle allen Geldgebern und besonders der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück. Sein Dank galt aber auch der VGH und dem Land Niedersachsen, deren Spende bzw. regionalisierte Landesmittel der LVO größtenteils als Fördermittel an Kulturprojekte in insgesamt 15 Kultursparten weitergibt. Die VGH- wie die Landesmittel bereicherten auf diese Weise, umgesetzt in die Münze der Kreativität, die Kulturregion Osnabrücker Land in höchstem Maße.
Zum Ende des Landschaftstages fand Hausherr Klaus Thorwesten launige Worte für die Begrüßung und gleichzeitige Verabschiedung der Gäste des Landschaftstages. Er hatte sein Vorrecht als erster Redner an LVO-Präsident Griesert abgetreten, der der Veranstaltung wegen einer anderweitigen Verpflichtung nur kurz beiwohnen konnte. Thorwesten freute sich besonders über den endlich erfolgten Besuch durch Landtagspräsident Busemann. Nun könne man „einen Haken dranmachen“. Alle anderen Menschen aus der Region Weser-Ems seien bereits in der Lagerhalle gewesen. Nach einigen Zahlen, Daten und Fakten zur Lagerhalle, die 2016 ihr 40jähriges Jubiläum feiert, entließ Thorwesten die Gäste zu einem sommerlichen Imbiss.

Das Duo Willem Schulz (Cello) und Joachim Raffel (Percussion, Stimme, Objekte) sorgten mit ihren Klanginterventionen zwischen den Wortbeiträgen für höchst interessanten und ungewöhnlichen Hörgenuss, den das Publikum mit langem Applaus honorierte.

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