Vielseitig: Joachim Raffel

namu3Di., 25.10., 19h NAMU 3: The Video Works
Filmpräsentation, Konzert, Diskussion * www.namu3.net

* NAMU 3 live at Ex-i-t Lab mit: Steve Gibbs (B/USA) – 8-saitige präparierte Gitarre, Stimme, Willem Schulz (D) – Violoncello, Joachim Raffel (D) – Percussion, Stimme, Objekte Jérémy Carpenet (F) und Helmuth Kohn (D) (zugesagt)

saori_series__foto_webGast zur 3. Performance:
Sa., 29. Oktober 2016, 20h / die schwedische Tänzerin Johanna Wernmo 

Joachim Raffel: The Saori Series
3 Performances mit Saori Ando (Tanz, Bewegung, Stimme), Joachim Raffel (Percussion, Stimme, Klang- und Geräuscherzeuger) und Gästen. >

Eintritt : je 10€/7€

Studio Intervision, Lohstr. 58 (Hinterhaus), Osnabrück

* Ein Interview mit Joachim Raffel…

saori_series__foto_webJoachim Raffel: The Saori Series
Drei Performances an drei Samstagen um 20h
mit Saori Ando (Tanz, Bewegung, Stimme), Joachim Raffel (Percussion, Stimme, Klang- und Geräuscherzeuger)
und jeweils einem neuen Gast.

Zu Gast:
24. September 2016 / Gitarrist Serge Corteyn ab ca. 20h
+ 18-20h / 100 Tage ZEIT / Saori Ando: Zwei Videos (2016)
15. Oktober 2016 / Malerin Marjan Verkerk aus Amsterdam, NL
29. Oktober 2016 / die schwedische Tänzerin Johanna Wernmo

Intervision-Studio, Lohstr. 58 (Hinterhaus), 49074 Osnabrück

* Wie bist Du auf die Performancereihe gekommen?

Ausschlaggebend für mich war die sehr gute Erfahrung, die ich mit Saori bei einer Aufführung meines Stücks „Minimaloption“ gemacht habe. Nachdem Francesca Imoda, die Tänzerin der Uraufführung 2014 (Video) aufgrund ihrer Engagements in Heidelberg und Bern verhindert war, suchte ich nach einer optionalen Besetzung. Mit Saori Ando, die zu der Zeit in der Tanz-Company des Osnabrücker Theaters war, fand ich sie. Da wir künstlerisch wie persönlich außerordentlich gut miteinander korrespondieren, entstand meine Idee, eine Performance-Reihe mit ihr und mir als Kernbesetzung zu konzipieren.

* Welche Erlebnisse hattest Du bisher auf den beiden Performances?

Beide Performances habe ich als äußerst intensiv erlebt. Für mich bestätigten sie mein Bauchgefühl bezüglich des Potenzials einer Zusammenarbeit mit Saori, die ich – ohne Umschweife – für eins der international spannendsten Talente der Tanz – und Performance-Szene halte. Die Mischung aus essenzieller Tiefe, Humor, Ernst, existenziellem Ausdruck, archaischen und rituellen Qualitäten, die man bei ihr findet, und das in einer überwältigenden Natürlichkeit und völlig frei von jeglicher Affektiertheit, habe ich so noch nicht erlebt. Und sie ist einfach eine absolut herausragende Improvisatorin. Wir sprechen ja nichts vorher ab. Alles passiert aus dem Moment, aus dem Fluss und aus der Situation heraus …

Serge Corteyn und Marjan Verkerk, mit denen ich ebenfalls schon zusammengearbeitet hatte, als Gäste einzuladen, hat sich in beiden Fällen als mehr als passend erwiesen. Das Zusammengehen ihrer ganz individuellen Handschriften mit den Arbeitsweisen und den Stilen von Saori und mir funktionierte hervorragend und trug so zu einem jeweils ganz unterschiedlichen Charakter und Verlauf der Performances bei. Dadurch natürlich wird eine Serie an sich bereits spannend.

* …eine Performance steht ja noch aus…

Ja, die Performance mit Johanna Wernmo, der schwedischen Tänzerin …

Johanna ist die Einzige unter den Beteiligten der „Saori Series“, mit der ich bislang noch nicht zusammengearbeitet habe. Nichtsdestotrotz gibt es auch hier eine den Punkt der Zusammenarbeit betreffende Verknüpfung, allerdings über Saori: Johanna ist Kollegin von ihr in der Tanz-Company des Theaters Bielefeld. Als ich bei der Premiere der ersten Produktion der aktuellen Company war, gesellte Johanna sich im Anschluss prompt zu einem Gespräch zwischen Saori und mir dazu, um mehr über meine Arbeit zu erfahren. Ihr so intensives Interesse ließ sie mir als idealen Gast einer der Performances erscheinen. Und natürlich, dass ich die herausragenden tänzerischen Qualitäten der Absolventin der Royal Swedish Ballet School auf der Bühne hatte erleben dürfen.

namu3* Welche Verbindung gibt es zwischen dem anstehenden Konzert von Namu3 und der Saori Series III Performance?

Eine unübersehbare Verbindung besteht zunächst natürlich darin, dass ich einerseits Mitglied von NAMU 3 bin und andererseits und gleichzeitig Initiator, Musiker und (wie sich herausgestellt hat …) Body Performer der „Saori Series“, mein Name also in beiden Projekten auftaucht. Gemeinsam ist außerdem, dass ich in beiden Fällen ein identisches Instrumentarium verwende, nämlich an Percussion, geräuscherzeugenden Objekten und als stimmlicher Improvisator arbeite. Ich nenne dies meine „klavierfreie Zone“.

Von der Arbeitsweise her gibt es zwischen NAMU 3 und der „Saori Series“ als ganz klare Verbindung die Improvisation, das Kreieren absolut aus dem Moment heraus und in Echtzeit. Die entstehende große Intensität ähnelt sich in beiden Ensembles / Projekten. Dieses Arbeiten, bei dem der momentane Prozess an sich die zentrale Rolle spielt, begründet sich stark in der Idee des „Fluxus“. Sehr schön wird sie gerade auf der Homepage des Festivals „Tempo al Tempo“ dargelegt: http://www.tempoaltempo2016.org/side-events
Mit gleich zwei Konzerten war übrigens unser geschätzter NAMU-3-Kollege Steve Gibbs bei der 2016-er Ausgabe dieses hoch renommierten internationalen Festivals vertreten!!!

* Welche Intention verfolgst Du?

In gewisser Weise beantwortet sich die Frage schon aus dem eben Gesagten. Es geht darum, einmal in sehr konzentrierter, zeitnaher Form verschiedene Spielarten meiner „klavierfreien Zone“ im wunderbar intimen Rahmen des Intervision-Studios und in der Stadt, wo ich meinen Lebens- und Arbeitsschwerpunkt habe, zu präsentieren. Neben meiner Jazzlinie als Komponist und Pianist hat sich die Linie der freien Improvisation und Klangarbeit seit der Veröffentlichung des Duo-Albums „namu“ von Steve Gibbs und mir im Jahr 2010 erstaunlich erweitert. Im Sinne von Fluxus und der Philosophie eines John Cage erfreut sich die Musik des NAMU-Klangkomplexes an Momenten des Absurden und Irrationalen, an archaisch und rituell anmutenden Augenblicken und daran, dem Publikum spannend Neues und Unorthodoxes zu bieten. Das gerade veröffentlichte Netalbum „NAMU 3 live at Ex-i-t Lab“, aufgenommen vom belgischen Kult-Sounddesigner Johan Vandermaelen, legt davon Zeugnis ab: https://namu3.bandcamp.com/album/live-at-ex-i-t-lab

Interview: Sonia Wohlfarth Stinert

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