Günter Gall

Der in Osnabrück lebende Günter Gall singt Volkslieder, Bänkellieder, plattdeutsche und politische Lieder als Barde und ist – wie er sagt – „Berufsniederrheiner“. Zudem interpretiert er zahlreiche Literaturprogramme auf deutschen Kleinkunstbühnen.
2017 ist ein besonderes Jahr für Günter Gall. Er feierte am 16. März runden Geburtstag und steht seit 45 Jahren auf der Bühne.

Demnächst: „Radlers Seligkeit“, Vergnügliche Lieder & Geschichten zu 200 Jahre Fahrrad, Günter Gall: Gesang, Gitarre, Erzählungen & Gedöns · Konstantin Vassiliev: Gitarre, Harmonium & Gedöns
Sa.,1.4., 2o Uhr, Lagerhalle, Spitzboden

Gründe genug  für ein Interview


* Literatur und Musik sind Deine Bereiche – oder noch mehr? Was steht im Vordergrund?

Literatur & Musik bilden eindeutig den Schwerpunkt: Rezitationen, vertonte Gedichte von Kästner, Mascha Kaléko, Walter Mehring stammen meist von mir. Das kann man in meiner website www.guenter-gall.de einsehen.
Oft wende ich mich auch Erinnerungsdaten zu, wie dem 100jährigen Beginn des ersten Weltkrieges. Überhaupt waren Lieder & Texte zu Krieg und Frieden oder „gegen Rechts“ immer ein Hauptthema für mich als Nachkriegskind – auch für die Stadt Osnabrück in Bezug auf Remarque, Friedensstadt usw.
Die große Friedensbewegung der 80er Jahre hat mich auch künstlerisch stark geprägt.
In den Sommermonaten spiele ich oft als Bänkel- oder Strassensänger auf historischen Festen – natürlich gegen Gage. Für mich liegt die Zeit der Straßenmusik weit zurück in den 70er Jahren.
Ich spiele so ca. 50 Auftritte im Jahr, mal solo, mal begleitet von Konstantin Vassiliev an der Gitarre.

* Wolltest Du immer das werden, was Du geworden bist? Wie war Dein Weg bis hierhin?

Es waren schon sehr verschlungene Wege! Meine erste Gitarre habe ich mir zusammengespart mit 15 Jahren, habe dann Schlager gesungen, Fahrtenlieder in der Jugendgruppe o.ä.
Aufgewachsen in kleinen proletarischen Verhältnissen, stand zunächst eine Lehre als Chemielaborant (!) an, dann über den zweiten Bildungsweg Lehramt an der PH Neuss bzw. Münster.
Aber da hatte mich schon die Musik gepackt. Über die Strassenmusik mit deutschen & Dialektliedern vom Niederrhein – ich stamme vom platten Land aus Rheinberg bei Moers –
habe ich mir regional einen Namen gemacht, dann mit verschiedenen Gruppen („Mulwerk“, „Düwelskermes“ – dann schon in Osnabrück-) auch überregional und bundesweit bis nach Holland und Belgien.

* Woran denkst Du besonders gerne mit Blick zurück auf Deine Karriere? Stichwort „Highlights“…

Schön waren die 10 Jahre mit „Düwelskermes“ – Auftritte mit dem bekannten Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch, ein wunderbarer Mensch und Kollege.
Gerne denke ich an die Feierlichkeiten zum Westfälischen Frieden 1998 zurück. Seitdem hat Osnabrück einen großen Sprung gemacht, sowohl kulturell als auch in Bezug auf Außenwirkung und Offenheit.
An einem Abend in der Lagerhalle zur schwedischen Literatur 1998 habe ich Martin Bagge kennengelernt, einen bekannten Sänger der Lieder des schwedischen Rokokopoeten Carl Michael Bellman (1740-95), dem schwedischen Nationaldichter. Das hat mich inspiriert selbst diese Lieder zu singen. Mit Martin bin ich danach oft aufgetreten, z.B. bei einer Tour durch Mittelschweden 2002 oder beim Bardentreffen 2005.

Der „Folkfrühling“ in Venne – für mich quasi zur „zweiten Heimat“ geworden – habe ich von Beginn an mitgeprägt (1999), schöne Auftritte waren z.B. das Kirchenkonzert 2014 mit den schon erwähnten Liedern zu Krieg & Frieden aus fünf Jahrhunderten. Dazu gibt es auch eine viel beachtete CD.

* Was wünscht Du Dir?

Na ja, ich werde älter, wünsche mir vor allem Gesundheit, daß meine Stimme so klar & rein bleibt, daß ich noch einige Jahre meinen Zuhörern Freude bereiten kann. Daß ich noch viele schöne Jahre mit meiner Lebensgefährtin Elisa verbringen kann und viel Freude an meiner Enkelin Matilda habe und noch weitere interessante Programm aufführen kann.

sws

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