EMAF Preisträger

Das 31. European Media Art Festival EMAF 2018 hat drei Preise verliehen: den EMAF Award, den Dialog-Preis des Auswärtigen Amtes und den EMAF Medienkunstpreis der Deutschen Filmkritik (VDFK).

Der mit 3.000 Euro dotierte EMAF Award für eine richtungsweisende Arbeit in der Medienkunst ging an Graeme Arnfield. Er wurde für seine Arbeit „Shouting at the Ground“ ausgezeichnet.

Fairuz Ghammam erhielt für ihre Arbeit „Oumoun“ den mit 2.000 Euro dotierten Dialog-Preis, den das Auswärtige Amt zur Förderung des interkulturellen Austausches vergibt.

Den EMAF Medienkunstpreis der Deutschen Filmkritik (VDFK) bekam in diesem Jahr Lukas Marxt für seine Arbeit „Imperial Valley (cultivated run-off)“. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.


Die Internationale Jury, die den EMAF Award und den Dialog-Preis des Auswärtigen Amtes vergibt, bestand in diesem Jahr aus Chloé Galibert-Laîne, Yasmijn Jarram und Philip Widmann, dem Gewinner des EMAF Medienkunstpreises der Deutschen Filmkritik 2017.

Graeme Arnfields Arbeit „Shouting at the Ground“ überzeugte die Jury durch seine ganz eigenen Methoden der Ausgrabung von Filmmaterial und Erzählungen. Sie verbinden latente und tödliche Elemente einer jahrhundertelangen Geschichte menschlicher und ökologischer Katastrophen, so die Jury. „Es gibt Leichtigkeit und sogar Humor in der Art und Weise, wie scheinbar weit hergeholte Assoziationen zwischen den verschiedenen Materialien, aus denen dieses Video-Triptychon besteht, hergestellt werden. Doch während sich der Film entfaltet, werden wir unter den verschiedenen Schichten der Tiefe, die er offenbart, untergetaucht und fast erstickt, da jedes einzelne Stück dieses sehr sorgfältig hergestellten Puzzles direkte physische, soziale und ökologische Konsequenzen hat.“ Für diese Arbeit überreichte die Jury dem 26-jährigen Briten Graeme Arnfield in Osnabrück den mit 3.000 Euro dotierten EMAF Award.

Den Dialog-Preis des Auswärtigen Amtes erhielt die Belgierin Fairuz Ghammam für „Oumoun“ – ein liebevolles Porträt über ihre Großmutter in Tunesien, mit der sie für das Projekt zum ersten Mal auf Arabisch kommuniziert hat. „Oumoun“ ist nach Ansicht der Jury ein bescheidenes, intimes Porträt zweier Generationen, das den Wunsch erforscht, sich mit der eigenen Herkunft zu verbinden: sowohl mit den Vorfahren als auch mit der Sprache, die sie sprechen. Dieser Drang zur Kommunikation habe keine unmittelbare Wirkung. Während die eine Generation von der anderen lernen wolle, werde die Erwartung eines Dialogs nicht direkt erfüllt. Dennoch finde Kommunikation statt – diese allerdings eher nebenher als durch Sprache. „Es ist die respektvolle Akzeptanz einer Koexistenz von Distanz und Nähe, die diese Arbeit auszeichnet“, heißt es in der Begründung der Jury.

Die Jury, die den EMAF Medienkunstpreis der Deutschen Filmkritik vergibt, bestand in diesem Jahr aus Yun-Hua Chen, Günter Minas und Conny E. Voester.
Sie entschied sich für „Imperial Valley (cultivated run-off)“ von Lukas Marxt, der dem Publikum via skype aus Utah zugeschaltet war, wo er gerade für sein neues Projekt recherchiert. „Imperial Valley (cultivated run-off)“ nimmt den Zuschauer mit in die Schwebe über Wüstenlandschaften in Kalifornien, in denen durch ein riesiges Bewässerungssystem landwirtschaftliche Superproduktion möglich geworden ist. Die visuelle Strategie des Filmemachers ist klar und bestechend, urteilt die Jury. Lukas Marxt nutze eine Aufnahmetechnik, die für militärische Aufklärungsflüge entwickelt wurde zur Aufklärung über dramatische Sachverhalte. Er führe unser Staunen heran an die konkrete Gestalt industrieller Nahrungsmittelproduktion, mit der natürliche Ressourcen systematisch vernichtet werden. „Damit gelingt ihm etwas, was für viele, die mit visuellen Medien arbeiten, ein hohes Ziel ist: das Unsichtbare sichtbar zu machen“, so die Jurymitglieder des Verbands der Deutschen Filmkritik.

http://www.emaf.de

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