Als die Saurier die Leinwand eroberten

„The Lost World“
Stummfilmklassiker mit Live-Musik von Meik Kraft
17.8.2018, 20:30h, Stadtgaleriecafé, Große Gildewart 14, 49074 Osnabrück, tel. 0541 58054020

Das Unabhängige FilmFest sorgt für charmant-nostalgische Sommerunterhaltung – mit einem Filmklassiker, der in vielerlei Hinsicht Einfluss hatte auf die weitere Entwicklung des Abenteuer- und Fantasygenres. Auf dem Foto Lloyd Hughes in der Rolle des Ed Malone neben Bessie Love als Paula White

Als die Saurier die Leinwand eroberten

Pionierleistungen: Das Unabhängige FilmFest Osnabrück zeigt die Arthur-Conan-Doyle-Verfilmung „The Lost World“ – der Sherlock-Holmes-Erfinder begrüßt die Zuschauer persönlich.

Ein Allosaurus geht einem Brontosaurus an die Kehle. Ein gigantischer Pterodactylus fliegt Kampfeinsätze. Menschenaffen wehren sich gegen unwillkommene Eindringlinge. Und das ist bei weitem nicht alles, was Professor Challenger und seine Expeditionsmitglieder in den Urwäldern des Amazonas erleben.
Der Abenteuerfilm „The Lost World“ wird bevölkert von Urzeitwesen, ein Vulkan bricht aus, ein Saurier trampelt durch London. Um die spektakulären Szenen auf die Leinwand zu bringen, bedurfte es der modernsten Tricktechnik – der des Jahres 1925.
Leicht lassen sich Erzählmuster erkennen, die in der späteren Filmgeschichte immer wieder aufgegriffen wurden. Ob „King Kong“, „Godzilla“, „Jurassic Park“, „Congo“ – sie alle haben inhaltlich wie technisch von der Arbeit der Filmpioniere profitiert. Besonders von Willis H. O‘Brien, einem findigen Seiteneinsteiger, der das sogenannte Stop-Motion-Verfahren perfektionierte. Auch am späteren Kassenschlager „King Kong und die weiße Frau“ war O‘Brien wesentlich beteiligt. Auf dem Foto Wallace Beery als streitbarer Professor Challenger
Dem naturwissenschaftlich erfahrenen O‘Brien wird die Idee zugeschrieben, den Roman „Die vergessene Welt“ des britischen Schriftstellers Sir Arthur Conan Doyle für die Leinwand zu adaptieren. Ein unerhörtes Unterfangen. Schon allein der Schauplatz, ein südamerikanisches Hochplateau, stellte die Filmschaffenden vor außerordentliche Herausforderungen. Willis O‘Brien wusste sie zu meistern.
Das Drehbuch schrieb die Dramatikerin Marion Fairfax, die als eine der ersten Regisseurinnen Hollywoods und als erfolgreiche Produzentin in die Filmgeschichte einging. Regie führte Harry O. Hoyt.
Arthur Conan Doyle, bereits weltbekannt durch seine Romane um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes, hatte mit „Die vergessene Welt“ einen neuen Romanzyklus begonnen. Deren Held hieß Professor Challenger und er interessierte sich, wie sein Verfasser, für prähistorische Studien. Für Literaturbegeisterte und namentlich alle Holmes-Fans ist der Film „The Lost World“ von ganz besonderem Reiz: Sir Arthur Conan Doyle persönlich ist darin zu sehen. Er spricht eine kurze Einführung, die als Schrifttafel eingeblendet wird.
„The Lost World“ galt lange als verschollen und wurde in mühevoller Kleinarbeit so weit wie möglich wiederhergestellt. Das Unabhängige FilmFest Osnabrück zeigt die restaurierte 104-Minuten-Fassung von „The Lost World“ am 18.8.2018 im Stadtgalerie Café. Der Pianist Meik Kraft begleitet die Aufführung live.
Meik Kraft konzertiert seit 2012 als Stummfilmpianist beim Unabhängigen FilmFest Osnabrück. Der Musiker wurde 1988 in Cloppenburg geboren. Zurzeit lebt er in Stendal. Er arbeitet als freiberuflicher Pädagoge für Klavier und Musiktheorie und ist als Komponist tätig. Er studierte Musikwissenschaft an der Universität Osnabrück und ab 2009 am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück. Dort schloss er sein Bachelorstudium 2013 mit dem Profilschwerpunkt Komposition ab. Ein Studium im Masterstudiengang „Musiktheorie“ an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover schloss sich an. Im Rahmen seiner pädagogischen Tätigkeit arbeitete Kraft als Tutor für Musiktheorie und Gehörbildung an den Hochschulen Osnabrück und Hannover, als Klavierlehrer bei der privaten Musikschule „Fit In Music“ in Garbsen und als Musiklehrer in Stendal.

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