33. Filmfest Osnabrück: Friedensfilmpreis

Vielfältige Betrachtungen – Der Wettbewerb um den Friedensfilmpreis Osnabrück

Osnabrück. Im 33. Jahr seines Bestehens nimmt das Unabhängige FilmFest Osnabrück im Kalender von Filmschaffenden in aller Welt einen festen Platz ein. Auch 2018 sichtete das Team um Festivalleiterin Julia Scheck Einreichungen aus beinahe allen Kontinenten.


Der Schwerpunkt des Osnabrücker Festivals liegt auf dem zeitkritischen, gesellschaftsorientierten Kino. Von Beginn an bewies die Veranstaltung, dass sich engagiertes Filmschaffen und sinnliche Kinoerlebnisse nicht ausschließen. Selbst Hollywood-Prominente sind für politisches Kino zu gewinnen. Im kommenden Festivalprogramm findet sich beispielsweise der Dokumentarfilm „Silas“, bei dem die Oscar-Preisträger Leonardo DiCaprio und Edward Zwick als Executive Producers verantwortlich zeichnen. In „Silas“ porträtieren Hawa Essuman und Anjali Nayar den liberianischen Aktivisten Silas Siakor, der unter Lebensgefahr schon den kriminellen Warlord Charles Taylor bekämpfte und im Weiteren der demokratisch gewählten Regierung unter Ellen Johnson-Sirleaf Korruption und Amtsmissbrauch, insbesondere den gesetzwidrigen Ausverkauf wertvoller Regenwälder und Übergriffe auf indigene Stämme, nachweisen konnte.

„Silas“ läuft im Rahmen der Festivalsektion „Frieden“. Aus den dort gezeigten Filmen wählt eine dreiköpfige Jury den Gewinner des diesjährigen, von der Sievert Stiftung für Wissenschaft & Kultur mit 12.500 Euro dotierten Friedensfilmpreis. In die Jury berufen wurden die Regisseure Florian Weigensamer und Andreas Köhler sowie die aus Osnabrück stammende Publizistin Jenni Zylka.

Die Kategorie „Frieden“ präsentiert Filme, deren Geschichten Werte wie Toleranz und humanes Denkens ansprechen.

In den Produktionsjahren 2017 und 2018 gehören Terror und Vertreibung weiterhin zu den aktuellen Themen. Der Schwede Jesper Ganslandt und der Däne Simon Lereng Wilmont zeigen, wie Kinder unter extremen Verhältnissen leiden. Ganslandt entwirft in „Jimmie“ eine Zukunftsvision, in der er die gegenwärtigen Fluchtbewegungen auf den Kopf stellt. Wilmonts „The Distant Barking of Dogs“ richtet den Blick auf das Leben einer Familie in der Ostukraine, wo der zehnjährige Oleg seine Kindheit auf dem gefährlichen Terrain zwischen den Fronten prorussischer Separatisten und der ukrainischen Armee verlebt. In dem US-amerikanischen Film „Inventing Tomorrow“ tun sich Jugendliche aus Indonesien, Hawaii, Mexiko und Indien zusammen, um mit raffinierten Ideen Lösungen für ein besseres Morgen zu entwickeln.

Im deutschen Beitrag „Orten“ reisen die Protagonisten und die Teammitglieder durch das Ruhrgebiet und versuchen sich an einer Antwort auf die Frage, was der Begriff Heimat eigentlich bedeutet. Leonhard Hollmann begleitet in „Stiller Kamerad“ ehemalige Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten nach traumatischen Erfahrungen auf dem Weg zurück ins Leben. Als hilfreich erweist sich dabei eine Therapie auf einem Pferdehof.

In „Once Upon a Time in November“ halten Jurastudent Marky und seine Mutter, eine ehemalige Lehrerin, einen Hund. Als sie aufgrund einer verfehlten Gesetzgebung ihre Wohnung verlieren, beginnt für sie ein Leben in der Obdachlosigkeit. In dieser Situation wird der Vierbeiner an ihrer Seite zu einer Belastung. Dass ein Gespräch mit der eigenen Mutter Schlüsse über ein gesamtes Land zulässt, beweist Mila Turajlic. Die Regisseurin von „Die andere Seite von allem“ ist die Tochter einer serbischen Aktivistin, die in Belgrad den jahrzehntelangen Kampf für Demokratie öffentlich austrug.

Ausgezeichnet wird der Gewinner des Friedensfilmpreises am Sonntag, den 21. Oktober 2018, um 17 Uhr in der Lagerhalle. Am Dienstag, 23. Oktober 2018, um 20 Uhr wird der Gewinnerfilm in der Lagerhalle noch einmal zu sehen sein.

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Wettbewerb um den Friedensfilmpreis Osnabrück – die Termine:

Jimmie. Schweden 2018. Regie: Jesper Ganslandt
Donnerstag, 18. Oktober, 17:30 Uhr, Filmtheater Hasetor

Orten. Deutschland 2017. Regie: Margit Schild
Donnerstag, 18. Oktober, 17:30 Uhr, Haus der Jugend

Silas. Kanada/Südafrika/Kenia 2017. Regie: Anjali Nayar, Hawa Essuman, Steven Markovitz
Donnerstag, 18. Oktober, 20:00 Uhr, Haus der Jugend

Once Upon a Time in November. Polen 2017. Regie: Andrzej Jakimowski
Freitag, 19. Oktober, 17:30 Uhr, Filmtheater Hasetor

The Distant Barking of Dogs. Dänemark 2017. Regie: Simon Lereng Wilmont
Freitag, 19. Oktober, 20:00 Uhr, Lagerhalle

Inventing Tomorrow. USA 2018. Regie: Laura Nix
Samstag, 20. Oktober, 15:00 Uhr, Filmtheater Hasetor

Stiller Kamerad. Deutschland 2017. Regie: Leonhard Hollmann
Samstag, 20. Okrober, 17:30 Uhr, Lagerhalle

Die andere Seite von allem. Serbien/Frankreich/Katar. Regie: Mila Turajlic
Sonntag, 21. Oktober, 13:00 Uhr, Filmtheater Hasetor

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