Filmprogramm EMAF 2019

European Media Art Festival
Osnabrück www.emaf.de

Festival: 24 – 28 April 2019
Ausstellung, Kunsthalle: 24 April – 26 Mai 2019

Die ersten Gäste sind angemeldet, Hotelbetten gebucht und die Sichtung ist abgeschlossen. In den kommenden Wochen wollen wir hier über das Programm des 32. European Media Art Festival informieren. Zum Filmprogramm:

Filmstill: „Bone“ von Jenny Brady

In seinen internationalen Wettbewerbsprogrammen präsentiert das EMAF auch in diesem Jahr eine aktuelle Auswahl hochkarätiger kurzer und langer Filme aus mehr als 20 Ländern. Thematische Schwerpunkte sind Annäherungen an Orte, ihre Ökonomie und Geschichte, die Reflexion sehr persönlicher Erfahrungen und Erinnerungen, aber auch die Verortung des eigenen künstlerischen Schaffens in der filmischen Geschichte und medialen Gegenwart.

Zu den gut 50 Beiträgen dieses Jahres zählt Vincent Meessens „Ultramarine“ (2018), der erstmals nach seiner Auszeichnung beim International Film Festival Rotterdam 2019 in Deutschland zu sehen sein wird. Er kreist um die koloniale Geschichte der Farbe Blau.

Filmstill: „Bone“ von Jenny Brady

Museumsartefakte treten in Dialog mit einer Spoken Word-Performance des Dichters Kain und einer Schlagzeugimprovisation von Lander Gyselinck und werden im Rhythmus der Gegenwart neu interpretiert.
Ebenso zu sehen ist die Deutschlandpremiere von „Black Bus Stop“ (2019) von Kevin Jerome Everson und Claudrena Harold. Der Film ist einem historischen Treffpunkt schwarzer Studierender gewidmet. Im Film wird dieser Ort zur Bühne: Junge Afroamerikaner*innen versammeln sich, um die Tänze ihrer Studentenverbindungen aufzuführen und sich diesen Ort so aufs Neue anzueignen.

Eva van Tongerens „Still from Afar“ (2018) basiert auf einem über mehrere Monate andauernden Briefwechsel, den die Künstlerin mit einem verurteilten und inhaftierten Pädophilen führte. Ihre Korrespondenz handelt von den Erinnerungen, Erfahrungen und Wünschen, die beide einander mitteilen und die immer auch von der Distanz der beiden Schreibenden erzählen.

Auch in Yalda Afsahs „Tourneur“ (2018) geht es um ein sensibles Verhältnis, das auf einem klar definierten Feld ausgetragen wird, aber jederzeit außer Kontrolle geraten könnte. In surrealen Bildern dokumentiert die Künstlerin einen Stierkampf in Südfrankreich, bei dem sich in einer schaumbedeckten Arena adrenalinberauschte junge Menschen und ein von ihnen angestachelter Stier gegenüberstehen.

Neben dem Wettbewerb präsentiert das Kuratorenduo Gabriela Monroy und Caspar Stracke (Berlin) ein fünfteiliges Programm zum diesjährigen Themenschwerpunkt „Wild Grammar“, das neben aktuellen Beiträgen auch Klassiker aus Videokunst und Experimentalfilm umfasst. Sie spannen einen weiten Bogen von Filmen, die jede Bindung an eine textbasierte Sprache aufgeben und ausschließlich mittels präzise komponierter und rhythmisierter Bildsequenzen arbeiten, bis hin zu Filmen, in denen das produktive Gegen- und Miteinander von Bild und Text im Mittelpunkt stehen. Ein weiteres Programm versammelt Filme, die mit dem gesamten Körper wahrgenommen werden müssen – die etwa mit geschlossenen Augen zu betrachten sind oder imaginäre Gerüche erfahrbar machen.
Den Abschluss macht Jean-Luc Godards „Bildbuch“ (Livre d’Image, 2018), der im vergangenen Jahr in Cannes gewürdigt wurde. Dieser „Avantgarde-Horroressay“ (Festreviews), der sich jeder eindeutigen Kategorisierung entzieht, steht stellvertretend für Strackes und Monroys Verständnis von „Wild Grammar“.

Ein weiteres Highlight ist das von Graeme Arnfield (London) – Filmemacher und Preisträger des EMAF Award 2018 – kuratierte Sonderprogramm „Dogs Leaving the Factory“, das sich in Arbeiten von den 1970er Jahren bis heute mit jenen Geschichten auseinandersetzt, die wir über Hunde erzählen, sowie den Bildern, die wir von, neben und in Zusammenarbeit mit ihnen produzieren. Unter anderem sind Videos von Joan Jonas, William Wegman, Steve Reinke, Joe Gibbons und Heather Phillipson zu sehen.

Für Dauerbesucher lohnt sich ein Festivalpass. Den gibt es noch bis zum 11. April zum Frühbucher-Preis von 40 Euro (inkl. Festivalkatalog); Studenten zahlen 25 Euro. Hier geht´s zur Akkreditierung: www.emaf.de/de/Akkreditierung.html

 

 




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