EMAF +++ Preise +++

Der mit 3.000 Euro dotierte Hauptpreis, der EMAF Award für eine richtungsweisende Arbeit in der Medienkunst, ging in diesem Jahr an zwei Künstler*innen: Dora García wurde für ihre Arbeit „Segunda Vez / Second Time Around“ (BE/NO 2018) ausgezeichnet; Jaakko Pallasvuo, Antti Jussila und Jari Kallio für ihren Film „Fruits of the Loom“ (FI 2019).


„Segunda Vez“ kreist um die Figur des argentinischen Psychoanalytikers Oscar Masotta, dessen Denken und künstlerische Praxis das kulturelle Leben seines Landes in den 1960er Jahren nachhaltig prägte, bis die Perón-Diktatur ihn ins Exil zwang. Die Internationale Jury – bestehend aus Graeme Arnfield (London), Branka Benčić (Zagreb) und Nicolas Feodoroff (Marseille) – begründete ihre Entscheidung so: „Wir zeichnen die erste Arbeit aus für ihre authentische Art, Zuschauer zu gewinnen, um die gewalttätige Geschichte Argentiniens, die im zeitgenössischen Moment nachklingt, konzeptionell und politisch anzugehen. Der Film rekonstruiert und reproduziert historische Performances und führt uns durch ein filmisches Labyrinth kritischer Komplizenschaft.“

Jaakko Pallasvuo nahm in Osnabrück den Preis für „Fruits of the Loom“ entgegen. Darin verlieben sich ein Kommunist und ein Kapitalist ineinander. Gemeinsam versuchen sie, der Gesellschaft zu entkommen. Ihr gemeinsames Kind stellt später die Eskapaden der beiden in Frage. Hier urteilte die Jury: „Außerdem zeichnen wir eine aufrichtige und humorvolle Mischung aus trockener Performance, theatralischer Dramaturgie, ernsthaftem gesellschaftspolitischem Diskurs, filmischen Erzähltrophäen aus – die vom Optimismus, von Verzweiflung, von Marionettenspiel und wilder Originalität handelt.“

Der mit 2.000 Euro dotierte Dialog-Preis des Auswärtigen Amtes ging in diesem Jahr an Vincent Meessen für „Ultramarine“. Der Film schickt die Spoken Word-Performance des afroamerikanischen Dichters Kain durch den chromatischen, historischen und diskursiven Filter der Farbe Blau. Die Jury nennt „Ultramarine“ eine „kraftvolle und komplexe Konstellation von verschiedenen Positionen, Referenzen und Kontexten, die sich auf vielfältige Weise entfalten – als Performance, Musik, Poesie, Text, Museum und Archiv. Vincent Meessen untersucht die Verflechtung von sozialen und ästhetischen Interessen und überschreitet dabei Grenzen verschiedener künstlerischer Praktiken. Die Arbeit verbindet Geschichte und Kultur, um dem Sichtbaren und Unsichtbaren eine Stimme zu geben.“

Der EMAF Medienkunstpreis der Deutschen Filmkritik (VDFK), der mit 1.000 Euro dotiert ist, ging in diesem Jahr an Gernot Wieland für seine Arbeit „Ink in Milk“ (AT 2018). Die Jury setzte sich zusammen aus den Filmjournalisten Jürgen Kiontke (Berlin), Julia Gwendolyn Schneider (Berlin) und Morticia Zschiesche (Heidelberg). Gernot Wieland war dabei, als die Jury ihre Entscheidung erklärte: „In zwölf Minuten entfaltet Regisseur Gernot Wieland ein ganzes Leben: In eigenen Skizzen, metaphernreichen Bildsequenzen, Zeichnungen und Skulpturen lässt er die verstörende Welt einer Kindheit wieder auferstehen, erzählt vom Dunklen im Hellen, von der Krankheit Schizophrenie, die hier schöpferisches Prinzip ist, erlebte Wirklichkeiten aufspaltet und wieder ganz neu zusammenfügt. Wieland gelingt es, die verborgenen Ruinen der Psyche sichtbar zu machen, ohne ihr Verrücktheit´ zu werten. Kein Film passt besser zum FestivalmottoWild Grammar´.“

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